Dieser Wahlslogan der ADR für die kommenden Europawahlen hätte wohl kaum zu einem günstigeren Zeitpunkt kommen können. Denn ganz anders als die ADR, die vorbehaltslos und treu zu unserem Land steht, setzt sich  die derzeitige Regierung für immer weniger Luxemburg ein. Seit ihrer Amtseinführung zeigt die Linkskoalition immer deutlicher, dass ihr vieles am Herzen liegt – vom Kampf gegen die Glaubensgemeinschaften über die vollständige Liberalisierung der Abtreibung bis hin zur Missachtung der Rechte der Kinder im Rahmen der Diskussion über die gleichgeschlechtliche Ehe –  doch eines scheint ihr vollkommen fremd zu sein: jedwege Art von patriotischer Regung. Luxemburgs 175. Jahrestag der Unabhängigkeit wird beispielsweise mit einer banalen akademischen Sitzung “gefeiert”. Vor 25 Jahren wurde zum 150. Jahrestag der Unabhängigkeit beispielsweise noch eine grosse, historische Ausstellung organisiert. Eine Ausstellung über den I. Weltkrieg – immerhin ein zentrales Ereignis in der Geschichte unseres Landes – wird unter den fadenscheinigsten Gründen und mittels Vertragsbruch mit der Universität zur Nebensache erklärt. Die vorgeschriebenen Luxemburgischkenntnisse für die Erlangung der Staatsbürgerschaft werden bis zu einem Fast-Null-Niveau hinuntergeschraubt. Dem 150. Geburtstag unserer Nationalhymne wird mit der Schaffung einer Multi-Kulti-Ersatzhymne gedacht. Die Liste solcher linken Schandtaten liesse sich noch fortsetzen…

Die ADR bekennt sich jedenfalls zu Luxemburg, seiner Geschichte, seiner Sprache und seiner Identität – auch in Europa. Dabei ist die ADR keinesfalls gegen die Europäische Union – eine solche Haltung wäre sowohl unrealistisch als auch unverantwortlich – doch wehrt sie sich gegen föderale und supra-nationale Visionen von einem Vereinigten Europa in welchen unser Land fast zur Gänze verschwände. Die ADR setzt sich daher für ein Europa der Vaterländer ein – ganz in der Tradition der einstigen Gründungsväter des europäischen Einigungsprozesses. Europa ist ein grossartiges Friedensprojekt und muss dabei auch dem Wohlergehen der Völker dienen. Doch für die ADR müssen die Mitgliedsstaaten wieder gestärkt werden. So können viele Kompetenzen von der Gemeinschaftsebenez urück in die Mitgliedsstaaten verlegt werden. Diese sollen wieder allein über ihre Budgets, über die Gesellschaftspolitik und ihr rechtliches Gefüge entscheiden. Die ADR war von Anfang an und ist auch jetzt noch als einzige Partei gegen eine europäische Schuldenunion. Sicher – im Rahmen der Währungsunion muss einiges gemeinsam geregelt werden – doch wollen wir weder fremde Schulden bezahlen noch ein Europa in dem einige grosse Staaten die kleineren gängeln. Insbesondere das derzeitige Machtgehabe der Brüsseler Bürokratie widerspricht in eklatanter Weise dem Geist der europäischen Einigung.

In Luxemburg ist die ADR die einzige Partei die eine kohärente und glaubwürdige Alternative zum europäischen Föderalismus vorschlägt. Zusammen mit anderen, konservativen Parteien in Europa arbeitet sie an neuen und konkreten Vorschlägen um Europa ein anderes, respektvolleres und sozialeres Gesicht zu geben. Wir wollen nicht bevormundet werden, wir wollen keine europäische Regierung und wir brauchen keine “Spitzenkandidaten” die nicht einmal auf einem Wahlzettel auftauchen! Unser Ziel ist klar: wir sagen ja zu einem Europa in dem die Mitgliedsstaaten wieder tonangebend und gleichberechtigt sind – und zwar auch auf Luxemburgisch!

Dësen Artikel ass den 11. Abrëll 2014 an der Rubrik “Zu Gast” vum Lëtzebuerger Land publizéiert ginn.