12 Jahre dauert nun schon die Raumnot im Ettelbrücker Lyzeum und noch immer kein Ende in Sicht. 12 Jahre sind die Regierungen verschiedenster Farben auf der Suche nach einem geeigneten Baugrund im Raum der Nordstad, aber gefunden haben sie angeblich nichts. Für andere luxuriöse Bauwerke wäre schon längstens ein Baugrund gefunden worden; Beispiele gibt’s ja genügend und von Bezahlbarkeit war hier keine Rede. Es kann ja nicht sein, dass gerade in der wichtigsten Sparte die wir haben, nämlich die Ausbildung unserer Jugendlichen = das Fundament der Zukunft eines jeden Landes, dass dort gespart wird. Bisher musste man auch feststellen, dass keine unserer jeweiligen Regierungen sich durch einen sorgsamen Umgang mit unseren Steuergeldern auszeichnete.

Es ist inakzeptabel, dass in 12 langen Jahren nicht einmal die Standortfrage eines neuen Lyzeums im Raum der « Nordstad » geklärt ist. Und wenn man bedenkt, dass von der Planung bis zur Fertigstellung eines neuen Lyzeums im Schnitt 8 bis 9 Jahre vergehen so muss man sagen, dass die jeweiligen Regierungsparteien CSV, LSAP und DP hier gut 20 Jahre verschlafen resp. vertrödelt haben, dies im Desinteresse unserer Jugendlichen. Und bisher ist anscheinend noch immer kein Baugrund gefunden, glaube wer wolle. Ein Skandal den die Regierungsparteien zu verdanken haben mit dem Resultat: Überfüllung des Lyzeums. Für 1000 Schüler geplant, im Moment über 1 800 Schüler hier regelrecht eingepfercht sowie auf 4 andere Standorte verteilt und zum Teil in Containern untergebracht. Von Sicherheit kann keine Rede mehr sein und dies in allen Belangen.

Mehrere Standorte scheinen möglich, so die Ministerin auf eine parlamentarische Anfrage des ADR Abgeordneten Jean-Pierre Koepp mit Datum vom 10. Februar 2006. Allem Anschein nach lägen die Konstruktionspläne bereits vor und sie wären auf dem Instanzenweg, doch wie das aber von statten gehen soll, ohne Baugrund, ist uns irgendwie ein Rätsel.

Bei einer diesbezüglichen Protestkundgebung am 15. März saßen Vertreter der aktuellen CSV-LSAP Majoritätsparteien in der ersten Reihen, als die Direktion, die Professoren, Schüler und Vertreter der Elternvereinigung ein weiteres Mal auf die unhaltbaren Zustände in ihrer Schule aufmerksam machten. Doch wer hat dieses zu verantworten? Was sind das für Menschen, die die Zukunft unserer Jugendlichen und dies für eine ganze Generation einfach aufs Spiel setzen und dann bei einer Protestkundgebung auch noch in der ersten Reihe sitzen, so als wären Sie nicht verantwortlich für diese skandalöse Zustände. Kundgetan wurde die Problematik schon sehr oft, doch hoffentlich bleibt es diesmal nicht auf tauben Ohren liegen. Und schon wieder sind seit dieser Protestkundgebung 7 Monate verstrichen ohne Resultat. Wie tönten doch die beiden Koalitionäre vor den Wahlen: „de sëchere Wee“ seitens der CSV oder „ mir paken et un“ hieß es bei der LSAP.