Ein Land – zwei Welten: im Norden unseres Landes steht der Verkauf des ersten Tafelsilbers auf der Tagesordnung unserer Regierung, im Süden hingegen werden schrottreife Hochöfen für Millionen gekauft und restauriert. Verstehe wer will, der Norden wird immer wieder benachteiligt. Bis zum 29. Oktober 2010 dürfen Interessierte in einem Auswahlverfahren ihre Kandidatur einbringen über die zukünftige Nutzung des Wiltzer Schlosses. Die ADR-Norden verlangt ein touristisches oder ein soziales Konzept.

Die Regierung hat am 27. November 2009 entschieden, dieses Immobilie unter verschieden Auflagen, privaten Interessenten anzubieten. Die ADR Norden wehrt sich vehement gegen einen Verkauf des Wiltzer Schlosses, ist dies doch ein kulturhistorisches Bauwerk aus dem 15. Jahrhundert. Der Luxemburger Staat ist seit 1951 Besitzer dieses Schlosses und muss es auch bleiben. Oder hat die Regierung vor, nach und nach sämtliche dem Staat gehörenden Schlösser in klingende Münze umzusetzen? Das Schloss an einen privaten Promotor zu verkaufen, ist wahrlich keine Leistung. Hier zeigt sich einmal mehr, wie wenig Imagination und Eigeninitiative im Regierungslager beheimatet sind.

Wiltz ist durch den Abbau der Industrie eine benachteiligte Stadt und die Geschäftswelt hat es durch die Konkurrenz auf der sogenannten grünen Wiese ohnehin schwer genug. Daher fordert die ADR-Norden, dass die Regierung sich nicht aus ihrer Verantwortung stiehlt, sondern ein Konzept erarbeitet, mit dem das Wiltzer Schloss z.B. zu einem Tourismusmagneten für die ganze Region gemacht wird und von dem die Geschäftswelt und Hotellerie profitieren kann. Was nützt es, wenn im Wiltzer Schloss ein Hotelprojekt realisiert wird? Dadurch würde die Auslastung der bestehenden Hotels nur weiter zurückgehen. Von der Schaffung einer touristischen Attraktion im Schloss hingegen würde die ganze Region profitieren.

Es ist höchste Zeit, ganz allgemein in der Region Wiltz Nägel mit Köpfen zu machen! Über 20 Jahre verfügt der Staat in Wiltz über Industriegelände, das dringend einer Neubelebung bedarf. Diese Neubelebung ist für Wiltz und für die ganze Region von großem Interesse. Versprochen wurde viel, gehalten wenig! Im nord-westlichen Teil unseres Landes müssen neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Belebung dieser Aktivitätszone im Norden würde der Wiltzer Region einen fühlbaren Aufschwung bringen.

Die ADR-Norden verlangt, dass in allen Gegenden unseres Landes gleichwertige Arbeits- und Lebensbedingungen geschaffen werden. Besonders im Norden Luxemburgs gilt es, neue wirtschaftliche Anreize zu schaffen um den Niedergang der Wiltzer Industrie sowie vieler landwirtschaftlicher Betriebe und die Stagnation der Tourismusbranche aufzufangen. Wiltz muss hier zum Motor der zukünftigen Entwicklung werden.

Langfristig kann der Norden Luxemburgs nur dann aufblühen, wenn eine dezentralisierte Wirtschaftspolitik für sämtliche Regionen des Landes gilt. Dies ist bisher nicht geschehen und der Norden wird weiter stiefmütterlich behandelt. Die ADR-Norden verlangt hier dringend eine Kurskorrektur.