Politik beginnt mit dem Betrachten der Realität und dies hat die Regierung nicht getan als sie am 21. September 2010 das zukünftige Projekt rundum den Ettelbrücker Bahnhof vorstellte. Ein Projekt das für Ettelbrück und die Region Nordstadt ein Wahnsinnsprojekt darstellt, einerseits was das Projekt an sich betrifft und andererseits die finanzielle Seite. Und letztendlich, und das ist das Schlimme, es ist nicht einmal im Ansatz die Lösung der Probleme. Im Gegenteil, die Probleme werden größer. Es ist eine urbanistische Utopie sondergleichen was hier in Planung ist.

Mit einem Tunnelbau in Bahnhofsnähe will die Regierung das Ettelbrücker Problem, den drohenden Verkehrsinfarkt, lösen. Doch genau das Gegenteil wird eintreffen, das Problem des Verkehrsinfarktes wird noch größer, der Rückstau zu allen Seiten ist vorprogrammiert und dies noch dazu im Tunnel. Ganz abzusehen vom Grundwasserproblem das hier existiert. Ein Tunnel unter Wasser wäre sicherlich mal was Neues und eine touristische Attraktion zugleich. Und Luxemburg ist ja ein wahrer Meister im Tunnelbau siehe Markusberg oder Gosseldingertunnel. Wie oft waren diese schon für den Verkehr gesperrt? Und was dann mit dem Verkehr? Ist an diesem Orte solch ein Tunnelbau technisch gesehen überhaupt realisierbar und wie lange beträgt die Bauzeit? Wir wagen zu behaupten mit diesem Projekt stirbt Ettelbrück und seine Geschäftswelt. Und wie steht es mit den jeweiligen Entschädigungen?

Das Ettelbrücker Verkehrsproblem ist nur zu lösen mit dem Bau einer nord-west Umgehungstrasse, so wie die ADR Norden es schon zigmal forderte (das erste Mal siehe Nordpefferkär November 2001). Zwischen dem Fridhaff (nahe Erpeldingen) und Feulen muss die N 27 (Nordstraße) und die N 15 (Ettelbrück-Wiltz/Bastnach) eine Direktverbindung erhalten. An dieser Umgehungsstraße ist zudem die Möglichkeit eines Verteilers zu den Ettelbrücker Lyzeen, sowie der Klinik gegeben. Diese Zufahrt sollte schon jetzt im Bebauungsplan der Stadt Ettelbrück berücksichtigt werden (Beispiel das frühere Areal der Klinik St Louis). Der Durchgangsverkehr muss um Ettelbrück geschleust werden. Übrigens diese Lösung war schon im Jahre 1979 geplant (siehe CSV Wahlkarte 1979), warum wurde diese zu jener Zeit nicht gebaut? Oder war dies nur Stimmenfang für die CSV?

Die Realität einer positiven Entwicklung in der Nordstadt Region ist Schieren, erst nachdem der Durchgangsverkehr aus der Ortschaft verbannt war, hatte man die Möglichkeit Schieren phantasievoll und schön zu gestalten. Vieles ist nur dann möglich. Und so ist es auch in Ettelbrück.

Wir fordern alle Entscheidungsträger hiermit auf dieses Projekt zu verzichten! Es muss zu den Akten gelegt werden, es ist nicht einmal das Papier wert worauf es geschrieben ist.