Luxemburger Landwirtschaft nicht über den Wasserpreis weiter belasten

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Für die Luxemburger Landwirtschaft, die größtenteils auf Viehhaltung ausgerichtet ist, stellt das Wasser einen wichtigen Kostenfaktor dar, denn die Tiere verbrauchen sehr viel Trinkwasser. Durch das neue Wassergesetz sollen in Zukunft die vollen Kosten der Wasserbeschaffung und -verteilung auf den Wasserpreis abgewälzt werden. Das bedeutet in allen Fällen eine hohe Steigerung des Wasserpreises. Deshalb fordert die ADR für die Landwirte einen einheitlichen Tarif unter Beteiligung des Landwirtschaftsministeriums.

Wären die Preise für die landwirtschaftlichen Produkte an die Preisentwicklung angepasst worden, dann würde diese zusätzliche Belastung für die Bauern kein Problem darstellen. Das ist aber leider nicht der Fall. Die Landwirtschaft leidet seit langem unter steigenden Kosten und sinkenden bzw. stagnierenden Produktpreisen. Dies hatte in den vergangenen Jahren einen erheblichen Einkommensrückgang zur Folge. Die Existenz vieler Betriebe steht auf dem Spiel, weil die junge Generation angesichts dieser Lage keine berufliche Perspektive mehr sieht.

Es ist daher wichtig, dass die Regierung die Kostenentwicklung in der Landwirtschaft bremst. Beim Wasserpreis spielt dabei die Gemeindeautonomie mit hinein. Aufgrund struktureller Unterschiede kommen auf Gemeindeebene ganz verschiedenartige Kostenfaktoren und damit auch Wasserpreise zum Tragen. Dies hat zur Folge, dass besonders in den ländlichen Gemeinden, die hohe Infrastrukturkosten, aber einen verhältnismäßig geringen Wasserverbrauch haben, ein ungewöhnlich hoher Wasserpreis zur Anwendung gelangt. Es ist aber gerade dort, wo die Bauernbetriebe ansässig sind.

Um dieses Problem aus der Welt zu schaffen, und den Bauernbetrieben einen erträglichen Wasserpreis zu sichern, fordert die ADR die Regierung auf, für die Landwirtschaft einen einheitlichen Wasserpreis von einem Euro pro Kubikmeter dadurch herbeizuführen, dass das Landwirtschaftsministerium die Preisdifferenz an die betreffenden Gemeinden überweist, aufgrund der von den Gemeinden vorgelegten Berechnungsunterlagen. Das wäre eine unbürokratische Lösung, die allen landwirtschaftlichen Betrieben, wo auch immer sie ansässig sind, den gleichen kostengünstigen Wasserpreis sicherstellen würde.

Eine ähnliche Lösung muss auch für Tourismusbetriebe ausgehandelt werden, dies besonders da viele Hotels und Betreiber von Campingplätzen auch von öffentlicher Seite ermuntert wurden z.B. im Wellnessbereich zu investieren.