Die ADR ist erstaunt darüber, dass der jetzige Umweltminister Marco Schank (CSV) nicht über die Zustände in Bissen informiert gewesen sein soll. Offenbar war der Skandal seiner Verwaltung aber seit langem bekannt. Der Informationsfluss zwischen dem Minister und seinem Ministerium bzw. seiner Verwaltung scheint demnach erhebliche Mängel aufzuweisen.

Auch sein Vorgänger Lucien Lux (LSAP), der laut eigenen Aussagen über diese illegale Deponie informiert war, hat jahrelang nichts unternommen um diese Umweltverschmutzung zu beseitigen und es anscheinend unterlassen, seinen Nachfolger anlässlich der Amtsübergabe im Jahre 2009, über dieses Problem zu informieren.

Offenbar werden derartige Umweltsünden von der Regierung nicht besonders ernst genommen. So wie die Regierung in Sachen Umweltverschmutzung generell jegliche Glaubwürdigkeit verspielt hat, seit der Staat in der Frage der verseuchten Erde auf dem Arcelor-Gelände in Belval die Prinzipien des Verursacherprinzips missachtet, teilweise auf die Sanierung des Geländes verzichtet bzw. einen Teil des vergifteten Bodens auf Kosten des Steuerzahlers behandeln läßt, obschon der Verursacher bestens bekannt ist und einen hohen Preis für sein verseuchtes Gelände kassiert hat.

Angesichts dessen fällt es wohl schwer, andere Täter für ähnliche Vergehen zur Kasse zu bitten. Abgesehen mal davon, dass es weniger öffentlichkeitswirksam ist, eine Mülldeponie zu beseitigen, als irgendwo einen neuen Wanderpfad einzuweihen.

Die ADR verlangt, dass die Regierung umgehend mit allen Gemeinden des Landes Rücksprache hält, um festzustellen, ob es eventuell noch andere wilde Mülldeponien gibt. Die ADR fordert, dass solche Deponien im Rahmen eines Mehrjahresprogrammes beseitigt werden. Dort wo sich noch industrielle oder andere betriebliche Verursacher feststellen lassen, sollen diese für die anfallenden Kosten aufkommen, sofern sich das Verursacherprinzip nach dem Arcelor-Präzedenzfall überhaupt noch durchsetzen läßt.