Unter dem Motto „En Häerz fir Lëtzebuerg“ fand am 2. März in Born der diesjährige ordentliche Nationalkongress der ADR statt. 16 Monate vor den nächsten Parlamentswahlen setzte die ADR erste Zeichen für den kommenden Wahlkampf.

Aus dem administrativen Teil des Kongresses seien die Berichte des Generalkassierers Jeff Engelen sowie der des administrativen Generalsekretärs Manuel Turmes hervorgehoben. Aus seiner Sicht war 2007 eines des bisher besten Jahre in der Geschichte der ADR. 1920 zahlende Mitglieder zählte die ADR am 1. Januar dieses Jahres. In Punkto Öffentlichkeitsarbeit wies Manuel Turmes auf die gut besuchte Internet-Präsenz der Partei, sowie die intensivere Mitgliederinformation durch regelmäßige Newsletter hin. Seit dem vergangenen Nationalkongress im April 2007, lud die ADR 17 Mal zu Pressekonferenzen ein, verschickte insgesamt 60 Pressemiteilungen und produzierte 11 ADR-TV Sendungen.

„D’ADR huet och en Härz fir Auslänner“

Pressesprecher und Fraktionssekretär Alain Frast äußerte sich zum Motto des Kongresses und hielt fest, dass die ADR die einzige Partei im Großherzogtum sei die sich noch traue ein Herz für dieses Land zu zeigen. Die auf dem Kongressplakat abgebildete rot-weiß-blaue Fahne würde natürlich bedeuten, dass die ADR ein Herz für diese Land habe; dies hieße jedoch nicht, dass man nicht auch Herz für jene zeige, die sich in Luxemburg niederlassen wollen. „D’ADR huet och en Härz fir Auslänner. Mir soen awer och, datt déi Leit di séch hei wëllen néierloossen beweise mussen, datt och SIE ën Härz fir eist Land hun, well soss kann d’Zesummeliewen net klappen.“

Parteipräsident Robert Mehlen griff das Kongressmotto auf um anhand verschiedenster Beispiele (verfehlte Bildungs- und Mittelstandspolitik, falsche Prioritätensetzung in den Bereichen Wohnungsbau und Verkehr, Verschwendung von Steuergeldern durch Vorhaben oder bereits verwirklichte Projekte wie e-go, Trambahn oder Tunnel Markusbierg) aufzuzeigen, dass Luxemburg trotz seines Reichtums im Grunde ein armes Land sei. „Mir sin e räicht Land wat trotz séngem ville Geld net ëmstand ass, séng Zukunftsproblemer ze léisen a sénger Jugend eng sécher Perspektive ze bidden“, so der Parteipräsident der ADR.

Mickymaus-Demokratie

Der Staat sei in seinen Fundamenten erkrankt, so Mehlen; elementarste demokratische Spielregeln würden mit Füßen getreten. Als Beispiele nannte der Redner die Besetzung wichtiger Posten im Staat anhand der Parteikarte und nicht aufgrund objektiver Leistungskriterien. Luxemburg sei unter der CSV, der LSAP und der DP zu einer Mickymaus-Demokratie degeneriert, dies mit Hilfe der zwei großen Hausgewerkschaften OGB-L und LCGB.

Der politische Generalsekretär der ADR, Roy Reding, ging anschließend auf die Werte der ADR ein: Gerechtigkeit, Solidarität, Freiheit, Nachhaltigkeit. Als flagrante Ungerechtigkeit empfand der Redner beispielsweise den Umstand, dass dank der Unfähigkeit der Minister Juncker und Boden und der Misswirtschaft der sukzessiven CSV-LSAP-DP Regierungen, Luxemburg vor der größten Auswanderungswelle seit Ende des 19. Jahrhunderts stehe. Junge Familien würden heute dem Großherzogtum den Rücken kehren um sich im nahen Grenzgebiet niederzulassen, weil sie hierzulande keinen bezahlbaren Wohnraum mehr finden könnten. Roy Reding stimmte ein neues Lied an: „Kommt dir aus Frankräich, Belgien, Preisien – mir wëllen Iech Är fréier Heemecht weisen. Frot Dir no alle Säiten hin – mir wollten eigentléch bleiwe wat mer sin.“

Fraktionspräsident Gast Gibéryen zeichnete in seiner Rede das Bild einer ADR die in Topform sei. Noch nie habe die Partei so zusammengestanden und so intensiv gearbeitet wie während der vergangenen Monate. Gibéryen zeigte sich überzeugt, dass die Vorzeichen gut stünden, damit die ADR als Gewinnerin aus den Parlamentswahlen 2009 hervorgehen wird.

CSV nicht mehr der Garant christlicher Werte

Rückblickend auf die Politik der aktuellen Regierung, prangerte der Redner unter anderem die Haltung der CSV in der rezenten Euthanasie-Debatte an. Die CSV habe gezeigt, dass sie nicht mehr der Garant für christliche Werte sei.

Allgemein hielt der ADR-Fraktionschef der CSV-LSAP Regierung hin, dass sie blind in die Zukunft hinein manövriere. Anstatt Visionen aufzuzeichnen, werde von Problem zu Problem navigiert. Für die größten Probleme des Landes zeichnen ausschließlich CSV-Minister verantwortlich, so der Fraktionssprecher, und nannte das Versagen der christlich-sozialen Akteure im Wohnungsbau, der Bildungspolitik, der Sicherheits und der Finanzpolitik.

Der von der CSV unter Mithilfe der LSAP und den hauseigenen Gewerkschaften OGB-L und LCGB betriebene Sozialabbau sei, wie sich inzwischen herausgestellt habe, nicht nötig gewesen.

„Gidd de Leit hirt Geld zeréck“

„Ech soen et ass eng Frechheet vun enger Regierung fir d’éischt hinzegoen an de Leit esou vill Sacrificer ofzeverlaangen an da kommen an séch bretzen „Kuck emol, wat hu mir elo vill Geld an der Keess, wat si mir gudd Politiker, wat hu mir gudd gewirtschaft“, a vergiessen ze soen datt jiddfer Eenzelnen hei am Land dat huet misse bezuelen. An dofir soe mir: Här Juncker an Här Frieden, gidd de Leit hirt Geld zeréck wou der se d’lescht Joer bestuel hudd.“