Das Chancengleichheitsministerium verletzt das in der Verfassung garantierte Grundrecht auf Schutz der Privatsphäre. Nach dem Motto «Big Brother is watching you» dringt der elektronische Fragebogen, der im Rahmen der Kampagne « Megafamily » über Internet ausgefüllt werden kann, tief in das Privatleben ein. Die ADR fordert den sofortigen Stopp dieser Kampagne und das Löschen der gesammelten Daten.

Seit Oktober hat das Chancengleichheitsministerium eine Kampagne unter dem Titel « MEGAFAMILY » laufen. Mittels eines „Mega Familytest“ wird versucht, das Privatleben der Teilnehmer dahingehend zu untersuchen, ob die Verteilung der Haushaltsarbeiten und anderer gängiger Pflichten in den privaten Haushalten auf «Gleichheitsebene» zwischen Männern und Frauen stattfindet.

Dazu sollen die teilnehmenden (Ehe)partner jeweils getrennt einen Fragebogen über Computer ausfüllen, welcher dann elektronisch ausgewertet wird. Die gestellten Fragen verlangen minutengenaue Angaben zum Ablauf des Privatlebens. Sollte die angegebene Verteilung der Aufgaben unter den Partnern nicht den politischen Kriterien des Tests entsprechen, so werden die (Ehe)partner eingeladen, die Rollenverteilung in ihrem Haushalt zu diskutieren und gegebenenfalls eine Vermittlungsstelle aufzusuchen.

Die vom Chancengleichheitsministerium, oder gar von der Firma, die die betreffende Internetseite verwaltet, gesammelten Daten werden archiviert und können, angeblich «in Ausnahmefällen und unter anonymisierter Form» an «Forschungseinrichtungen» weitergegeben.

Die ADR fragt sich, ob diese Vorgehensweise überhaupt mit der geltenden Gesetzgebung zum Datenschutz vereinbar ist und ob die Regierung eine solche Vorgehensweise mit der nationalen Datenschutzbehörde im Vorfeld abgesprochen hat.

Vor allem ist die ADR der Ansicht, dass das Chancengleichheitsministerium mit dieser Kampagne gegen Artikel 11 Absatz 3 der Verfassung verstößt, der vorschreibt, dass der Staat den Schutz des Privatlebens zu garantieren hat. Das Chancengleichheitsministerium macht jedoch das genaue Gegenteil, in dem es sich massiv in das Privatleben der Menschen einmischt und sich sogar erdreistet, ihnen Ratschläge zur Organisation ihres Privatlebens zu erteilen. Mit der Weiterleitung des ausgefüllten Fragebogens an den (Ehe)partner besteht gar das Risiko, Streit in der Partnerschaft herauf zu beschwören.

Auch wenn dieser Test (noch ?) auf freiwilliger Basis beruht, ist diese Einmischung des Staates in die Familie oder Partnerschaft für die ADR nicht zu rechtfertigen.

Die ADR fordert die Chancengleichheitsministerin auf, diese Kampagne sofort zu beenden und alle gesammelten Daten umgehend und restlos zu vernichten!