Die ADR registriert die aktuellen Proteste der Lehrer- und Schülerorganisationen im Kontext der geplanten Reform des Sekundarunterrichts mit großem Verständnis. In der Tat besteht die Gefahr, dass mit dieser Reform die gleichen Fehler wiederholt werden, die bereits bei der Reform des Primärschulunterrichts begangen wurden, d.h. dass nicht Effizienz- und Motivationssteigerung herbeigeführt werden, sondern dass eine immer weiter um sich greifende Bürokratisierung des Unterrichts sich lähmend und demotivierend auswirkt.

Die ADR, die im Parlament gegen die Reform des Primärunterrichts votiert hat, sieht sich in ihren damaligen Befürchtungen voll und ganz bestätigt. Die vom Schulministerium ausgeheckte und von einer überforderten Ministerin verteidigte Bürokratisierung der Schule fordert einen gewaltigen Arbeitsaufwand auf Kosten des eigentlichen Unterrichts. Das Ergebnis per Saldo ist nicht eine Verbesserung, sondern eine Verschlechterung des (Grund) Primärschulwesens.

Anstatt mit wohlüberlegten, punktuellen Reformen flexibel auf bestehende Defizite zu reagieren, wurde im Zuge einer „Jahrhundertreform“ alles über den Haufen geworfen, aber die eigentlichen Probleme nicht angepackt. Die ADR erinnert in diesem Zusammenhang an ihre Forderung, das Grundschulwesen strukturell durch die Einführung von Schuldirektoren zu straffen, den Schulen aber bezüglich ihrer internen Organisation und der Wahl ihrer pädagogischen Mittel wesentlich mehr Freiheit und Flexibilität zu gewähren. Mit der bürokratisierenden Reform von 2009 ist das genaue Gegenteil dessen erreicht worden, was als Ziel gesetzt war. Eine gründliche Remedur dieser desaströsen „Reform“ ist und bleibt unabdingbar.

Die ADR unterstützt daher auch die gegenwärtigen Forderungen nach einer umfassenden Bestandsaufnahme und einer breiten Diskussion unter Beteiligung aller Akteure im Hinblick auf die geplante Reform des Sekundarunterrichts. Die bei der Primärschulreform begangenen Fehler dürfen sich nicht noch einmal wiederholen.