Heute wird mit jahrelanger Verspätung das „Musee Dräi Eechelen“ eröffnet. Die Verwirklichung dieses Museums ist ein Lehrbuch politischer und staatlicher Misswirtschaft, wie es perfekter nicht sein könnte. Aus den ursprünglich vorgesehenen 16,5 Millionen Euro sind inzwischen 41,4 Millionen Euro geworden. Die wahren Gründe für dieses finanzielle Desaster sind nie richtig aufgedeckt worden. Abgesehen von den wahrhaft chaotischen Zuständen bei der zuständigen Verwaltung und der mangelnden Aufsicht durch das Kultur- und das Finanzministerium liegt der Grund auch in einer kompletten Neuorientierung der Museographie zu einem Zeitpunkt, als die betreffenden Vorarbeiten praktisch bereits abgeschlossen waren. Das heißt, dass diese Arbeit, für die der Staat eine erkleckliche Summe zahlen musste, in den Mülleimer wanderte und wieder bei Null begonnen wurde.

Die Kulturministerin weist jede Verantwortung für dieses Desaster von sich, weil die Gründe dafür vor ihrem Amtsantritt zu suchen seien. Mit anderen Worten, sie macht ihre Vorgänger, die Minister Hennicot und Biltgen, beide ebenfalls CSV, für das beispiellose Gewurstel und die unglaubliche Vergeudung öffentlicher Finanzmittel verantwortlich. Aber wie das im CSV-Staat üblich ist, wird niemand zur Verantwortung gezogen; die Minister strahlen auf der Einweihungsfeier und der Steuerzahler darf die gesalzene Rechnung für das Gewurstel bezahlen.

Die ADR verurteilt diesen verantwortungslosen Umgang mit den Steuergeldern aufs schärfste und bedauert, dass die hierfür politisch Verantwortlichen einmal mehr nicht zur Rechenschaft gezogen wurden.