13. Oktober 86: Pressekonferenz der NGL

Zitat aus dem NGL-Kontakt: „Die NGL legte als erste und einzige Gewerkschaft der Öffentlichkeit Zahlenmaterial vor, welches klar bewies, wie krass die Unterschiede in Luxemburgs Pensionswesen sind. Die NGL verlangte eine enge Zusammenarbeit der Gewerkschaften des Privatsektors, um dieser Entwicklung geschlossen entgegenzutreten.“

In einer Pressemitteilung wurden folgende Zahlen betreffend die durchschnittliche Höhe der monatlichen Renten und Pensionen in 1985 genannt: Arbeiter: 28.160 Fr., Privatbeamte: 34.962 Fr., Öffentlicher Dienst: 74.070 Fr., wobei das sogenannte Härtefallgesetz den Graben noch weiter vertiefen würde.

Bericht H-Vorstand NGL vom 7. November + Bericht Exekutive NGL vom 17. November 86

Ende Oktober – Anfang November Unterredungen mit „anderen neutralen Gewerkschaften“ (FEP und Aleba) bezüglich Bildung einer Konfederation, die 24.000 Mitglieder zählen würde.

Nachdem am 5. November (1986) Generalsekretär Gibéryen mit FEP-Präsident René Merten in einem zweistündigen Gespräch übereinkamen, dass es sinnvoll wäre, dass die Gewerkschaften FEP-FIT, ALEBA und die NGL ihre Kräfte vereinigen müssten um gemeinsam in einem spezifischen Punkt der Rentenproblematik zu handeln, fand am 13. November ein erster Meinungsaustausch im FEP-Gebäude statt. Was den spezifischen Punkt der Rentenaufwertung im Privatsektor anbelangte, konnte überraschenderweise eine schnelle Einigung gefunden werden. Diese gemeinsamen Ansichten sollen in einer weiteren Sitzung am Montag den 17. November im ALEBA-Sitz in einer Pressemitteilung festgehalten werden. “

In dieser gemeinsamen Sitzung vom 17. November 1986 wurde diese Pressemitteilung von ALEBA-Präsident Storck verfasst. Die für den 21. November geplante Zusammenkunft, in der die Pressemitteilung von den drei Präsidenten unterzeichnet werden sollte, platzte allerdings, weil die Präsidenten von ALEBA und FEP keine Zeit hatten. Die NGL-Exekutive ist darüber enttäuscht und beschließt, „dass, sollte sich die FEP oder ALEBA nicht kurzfristig entscheiden, die NGL ihren eigenen Weg gehen wird.

FEP-Präsident Merten ist nicht mit globaler Rentenreform einverstanden, er will Autonomie der Kassen erhalten.

Erstmals wird die Forderung einer 5/6-Pension für den Privatsektor ins Gespräch gebracht

Bericht Exekutive NGL vom 6.Dezember + H-Vorstand vom 15. Dezember 86

Der Landespräsident (NGL, Josy Simon) ist empört über die unnötigen Verzögerungen durch die FEP in Sachen gemeinsame Stellungnahme Rentenreform. Er betont, dass er nicht mehr bereit sei, über weitere Unterredungen mit der FEP überhaupt noch zu diskutieren

Der Generalsekretär (Gast Gibéryen) gibt Erklärungen über den im L.W. erschienenen Artikel über eine geplante Dachorganisation NGL-FEP-ALEBA. Da diese Organisation nicht zustande kommt, wird die NGL die von den drei Gewerkschaften gutgeheissene und vom ALEBA-Präsidenten verfasste Pressemitteilung allein herausgeben, da auch die ALEBA nicht an einer gemeinsamen Aktion zur globalen Rentenreform teilnehmen wird“.

NGL hat gemeinsame Pressemitteilung von NGL, ALEBA und FEP allein veröffentlicht, weil bei den anderen unnötige Verzögerungen und Interesselosigkeit im Spiel war.

Detailliertes Rentenprogramm soll ausgearbeitet werden und Regierung und Parteien vorgestellt werden. Wenn von dieser Seite keine Unterstützung, dann landesweite Aktionen.

5.000 NGL-Aufkleber „5/6-Pensioun fir jiddfereen“ sollen gedruckt und den NGL-Mitgliedern mit dem Neujahrsbrief zugeschickt werden.werden.

Bericht Exekutive NGL vom 22. Dezember 86 + 12. Januar 87

Die Aktion hat ein „allgemein gutes Echo“ in der Öffentlichkeit gefunden.

Eine Plakataktion wird in die Wege geleitet.

100 Plakatschilder werden in Eigenarbeit hergestellt.

Unterredungen mit den Parteien:

GAP 28. Januar 87 (nicht sehr aufschlussreich und somit wenig positiv)

DP (Thema ausgiebiger diskutiert)

25. Februar 87: Unterredung mit Gesundheitsminister Benny Berg

Der Minister sagt, dass maximal eine Aufbesserung von 3,6 bis 4 Prozent möglich wäre

Bericht Exekutive NGL vom 2. März 87

Nachdem auch bei den Unterredungen mit den Parteien sowie Gesundheitsminister Benny Berg nicht viel positives in Hinsicht 5/6-Pension zu erwarten sei, kam die Exekutive zur Ansicht, dass man jetzt die nötigen Schritte zu Aktionen einleiten solle. In der Dringlichkeitssitzung des Hauptvorstandes vom 5. März soll den Delegierten vorgeschlagen werden, am 28. März eine Protestmanifestation zu organisieren..Am 12. März soll eine Organisationsversammlung für den Protestmarsch stattfinden, zu der alle Organisationen zwecks Beteiligung an der Organisation eingeladen werden (OGBLLCGBALEBAFEPBuchbinderverbandJournalistenverbandBauernverbandHandwerkerverbandAmiperasAlters-und Invalidenverband usw.

Am 9. März Pressekonferenz der NGL: Die Manif vom 28. März wird angekündigt

Bericht Exekutive NGL vom 23. März 87

Die KPL sei an sich auf der ganzen Linie mit den NGL-Forderungen einverstanden, da aber die KPL-Militanten gleichzeitig fast ausschliesslich Mitglieder des OGB-L seien, könnten sie sich nicht offiziell an der Manifestation beteiligen, da der OGB-L mit dem Projekt Berg einverstanden sei.“

23. März 87: Die NGL, der Luxemburger Rentner- und Invalidenverband (LRVI) und die Union des Journalistes luxembourgeois (UJL) beschließen, eine gemeinsame Presseerklärung zu veröffentlichen.

Der LRVI wird an der Protestmanifestation teilnehmen. Er begründet seine Teilnahme damit, „dass der OGB-L dem Projekt Berg seine Zustimmung gegeben hat“.

Die AJL (Association des journalistes luxembourgeois) erklären per Telegramm, nicht an der Manif teilzunehmen und warnen die Organisatoren davor, den Namen der AJL auf keinen Fall auf die Plakate für die Manif zu setzen.

Protestmanifestation vom 28. März 87

Redner: Gast Gibéryen, Jos Ruckert, Jos Lorent, Josy Simon

Luxemburger Wort: „Ausser der Abgeordneten Viviane Reding und der Stadträtin Hilda Rau-Scholtus hielten sich die Politiker hinter dem Berg bei der Rentenmanifestation von vorgestern Samstag, an der schätzungsweise 800 Personen teilnahmen“.

16. Juli 1987: Parlament votiert 7%-ige Aufbesserung der Renten

Bericht Exekutive NGL vom 30. März 87: NGL-Präsident Josy Simon zeigt sich enttäuscht darüber, „dass bei der Protestmanifestation die Beteiligung nicht so ausgefallen sei, wie man sich diese erhofft hatte“. Dennoch sei die Manifestation für die NGL ein noch nie dagewesener und wahrscheinlich nie wiederkehrender publizistischer Erfolg.

1. Mai 1987: Feier der NGL in Ettelbrück

Erneut wird eine grundlegende Reform des Rentenwesens verlangt

Bericht Exekutive NGL vom 11. Mai 87: Zur Gründungsversammlung einer 5/6-Aktionsgemeinschaft am 12. Mai sind 45 Organisationen angeschrieben worden. Auch Einzelpersonen wurden per Pressemitteilung zur Mitarbeit aufgerufen. Der Landespräsident liest dann ein Schreiben des Mannes vor, der in der LUX-POST einen Aufruf zur Gründung einer 5/6-Partei eingereicht hatte. Eine Diskussion über dieses Thema wurde angeregt und wird zu einem späteren Zeitpunkt wiederholt“

Gründungsversammlung vom 12. Mai 1987 im Centre Convict

Bericht Exekutive NGL vom 18. Mai 87: Der Landespräsident (Josy Simon) kommt () auf die 5/6-Aktionsgemeinschaft zu sprechen, an der auch der LCGB teilgenommen hat. Wie weit sich der LCGB weiter engagieren wird, bleibt abzuwarten.“

Bericht Exekutive NGL vom 25. Mai 87: Am 26. Mai findet erneut eine Sitzung zwecks definitiver Gründung sowie Zusammensetzung des Aktionskomités statt im Convict-Centre in Luxemburg. Festgehalten wurde, dass falls keine anderen Organisationen Teilnehmen, die NGL und die ULJ sowie die interessierten Privatleute dieses Komité allein gründen und besetzen werden, um dann weitere Aktionen zu planen.

Bericht Exekutive NGL vom 1. Juni 87: “Die Versammlung zwecks Gründung des 5/6 Aktionskomités wurde vom LCGB nicht mehr besucht, so dass sich dieses Komité aus NGL, UJL sowie zwei privaten Personen zusammensetzt.

5. Juni 87: Die Arbeiterkammer appelliert einstimmig an die Regierung „die nötigen Vorbereitungsarbeiten einzuleiten, um die geforderte Globalreform des Pensionsregimes im Hinblick auf eine Volksversicherung und die Verallgemeinerung der 5/6-Pension so bald wie möglich zu verwirklichen“.

Bericht Exekutive NGL vom 29. Juni 87: Es stellt sich heraus, dass der Journalist Jos. Lorent nicht mehr Präsident der UJL ist und auch nicht mehr im Vorstand derselben ist. Somit entsteht ein neuer Moment, der den Generalsekretär (Gibéryen) bewog, Rücksprache mit Frau Viviane Reding, der neuen Präsidentin der UJL zu nehmen. Die UJL werde weiterhin in der Person des Herrn Lorent in der Aktionsgemeinschaft mit machen. Auch der Vertreter des LCGB lässt wissen, dass er in der nächsten Sitzung wieder als Beobachter dabei sein werde. Die Exekutive ist der Meinung, dass der LCGB in der letzten Sitzung vier Beobachter gesandt habe und man von nun an keine Rücksicht mehr auf solche unnötigen Verzögerungen nehmen werde und die Aktion soll nun endgültig anlaufen…Die Petitionsaktion soll anlaufen…“

Der Verfasser der 5/6-Parteiidee soll zwecks Teilnahme an der nächsten Sitzung des Aktionskomités am 6. Juli eingeladen werden.

1. Juli 1987: Rentenaufbesserung von 7 Prozent tritt in Kraft

Bericht Exekutive NGL vom 6. Juli 87: Es wurde über die Zusammensetzung des 5/6-Aktionskomitees diskutiert. Falls die Vertreter der UJL sowie der Beobachter des LCGB nicht an der nächsten Sitzung teilnehmen und ihre offizielle Teilnahme am Komitee nicht einreichen würden, soll die Aktion unter dem alleinigen Namen der NGL weiterlaufen.

Auf der Petitionsliste soll folgender Text unterzeichnet werden: Die Unterzeichneten fordern die Abschaffung des Zweiklassensystems im Luxemburger Rentenwesen, durch die Einführung der „5/6-Pensioun fir jiddfereen“.

15. Juli 87: Jean Regenwetter, LSAP-Abgeordneter und Direktor der Arbeiterkammer, die eine Volksversicherung und die Verallgemeinerung der 5/6-Pension verlangt hat, stellt auf RTL die 5/6-Forderung als unrealistisch und unbezahlbar hin. Er wird von der NGL dafür scharf angegriffen und als Direktor der Arbeiterkammer zum Rücktritt aufgefordert.

27. Juli 87: Gast Gibéryen zum ersten Präsidenten des 5/6-Aktionskomitees gewählt.

24. Februar 88: Der Vorstand des AK 5/6 überreicht dem Präsidenten des Parlaments, Léon Bollendorf das Ergebnis der Unterschriftenaktion. Annähernd 10.000 Personen hatten die Petition zugunsten eines einheitlichen Rentenregimes unterschrieben.

17. März 88: Erste ordentliche Generalversammlung des AK 5/6 im Novotel

Weiter (Von April 88 bis August 88)