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Bericht Exekutive vom 12. September 88: Im Aktionskomitee wird die Generalversammlung vorbereitet sowie ein Arbeitspapier betreffend ein Kadergesetz ausgearbeitet.

27. September 88: Ausserordentliche Generalversammlung im Novotel. Bericht über Gespräche mit den Parteien. Annahme einer Gesetzesvorlage betr. ein einheitliches Pensionssystem.

Bericht Exekutive vom 17. Oktober 88: Ein gemeinsamer Text der Gewerkschaften, der in einer letzten Sitzung ergänzt wurde, wird vorgelesen und soll unterschrieben werden. Die anschliessenden Erklärungen bezeugen klar, dass die anderen Gewerkschaften alle Forderungen des Aktionskomitees nun voll akzeptiert haben“.

18. Oktober 88: Ultimatum an Parlament, bis zum 1. Dezember 88 das vorgeschlagene Einheitsgesetz zu verabschieden.

Bericht Exekutive vom 21. November 88: „Da keiner der angeschriebenen Deputierten auf das Schreiben des Aktionskomitees betreffend das Rahmengesetz reagiert hat, sollen selbige nochmals angeschrieben werden“.

Bericht Exekutive vom 5. Dezember 88: „Da weder Parteien noch Deputierte eine klare Aussage zu dem Rahmengesetz des Aktionskomitees machten, müssen nun weitere konkrete Schritte eingeleitet werden. Um die diesbezüglichen Aktionen einzuleiten, soll am 19. Dezember um 20.00 Uhr im Hotel NOVOTEL eine ausserordentliche Generalversammlung stattfinden. Dieser Generalversammlung soll eine Beteiligung an den kommenden Parlamentswahlen vorgeschlagen werden. Ein Aufruf soll an alle Bürger gehen zwecks Beteiligung als Kandidat an diesen Wahlen.“

12. Dezember 88: Parlamentspräsident Léon Bollendorf teilt mit, dass die Petitionskommission in ihrer Sitzung vom 15. November beschlossen hat, die Petition an den Ausschuss für soziale Sicherheit weiterzuleiten.

Bericht Exekutive vom 12. Dezember 88: „Was die Beteiligung von Frau Lulling an diesen Wahlen angehe, so sei wohl ein Schreiben eingegangen, in dem Frau Lulling ab 1. Januar 89 ihre Mitarbeit anbietet, aber von einer Kandidaturerklärung sei überhaupt keine Rede, da noch nicht feststehe, ob das Aktionskomitee sich an den Wahlen beteilige“.

19. Dezember 88: Ausserordentliche Generalversammlung im Novotel. Beschluss, bei den Parlamentswahlen vom 18. Juni 89 zu kandidieren (188 Stimmberechtigte, 183 Ja, 5 Enthaltungen)

20. Dezember 88: LW-Leitartikel „Gab es keinen anderen Weg?“ (lz)

Bericht Exekutive vom 16. Januar 89: Nachdem im L.W. ein Aufruf zur Beteiligung an den Parlamentswahlen als Inserat aufgegeben worden war, wurde festgestellt, dass das Echo hierzu äusserst positiv war. Verschiedene Personen hätten schon ihre Unterstützung zugesagt, sowie sich einige weitere Kandidaten gemeldet hätten“.

Bericht Exekutive vom 30. Januar 89: Der Generalsekretär teilt mit, dass die ALEBA Interesse an der Aktion 5/6 bekundet. Am 31. Januar findet eine Sitzung des Aktionskomitees statt, in welcher Vorgespräche zum Aufstellen der Listen geführt werden“.

16. Februar 89: Parlament votiert 3,55%-iges Rentenajustement; heftige Diskussionen über Rentensystem

Bericht Exekutive vom 27. Februar 89: Der Generalsekretär teilt mit, dass auf Goodyear an die 300 neue Mitglieder für das Aktionskomitee gesammelt wurden von Kollege Jos. Brahm. Er will weitere 50 Mitgliedskarten zugestellt bekommen“.

9. März 89: Generalversammlung und  Verabschiedung der Kandidatenlisten

Bericht Exekutive vom 13. März 89: „Der Generalsekretär gibt einen kurzen Überblick über die ausgezeichnete Generalversammlung des Aktionskomitees 5/6“.

17. April 89: Das Aktionskomitee 5/6 deponiert seine Kandidatenlisten in den vier Wahlbezirken.

19. April 89: Die Listennummern werden vergeben. Das Aktionskomitee 5/6 erhält die Nummer 11.

18. Juni 89: Parlamentswahlen

Das Aktionskomitee verzeichnet einen unerwarteten Erfolg und erringt auf Anhieb 4 Mandate. Im Landesdurchschnitt werden 7,31 Prozent erreicht (Osten 11,42%, Norden 10,04%, Zentrum 7,53%, Süden 6,37%). Gewählt wurden: Gast Gibéryen, Jean-Pierre Koepp, Roby Mehlen und Josy Simon.

10. Oktober 89: Treppenbesetzung im Parlament

Nachdem die Forderungen der 9 Fraktionslosen im Parlament auf Gleichbehandlung mit den Fraktions-Abgeordneten bei der Parlamentspräsidentin Erna Hennicot-Schoepges auf wenig Gehör stießen, besetzten die Abgeordneten des Aktionskomitees 5/6, GAP, GLEI und der Kommunisten anlässlich der ersten Parlamentssitzung die zum Plenarsaal führende Treppe. Darauf orderte die Parlamentspräsidentin die Gendarmerie und ließ die Treppe gewaltsam räumen. Die Protestler wurden anschließend für 10 Sitzungen gesperrt. Weil der CSV-Abgeordnete Willy Bourg bei dieser Aktion handgreiflich geworden war, fand in der letzten Dezember-Sitzung auf Antrag der Fraktionslosen eine Debatte statt, bei der der kommunistische Deputierte René Urbany eine unvergessliche Rede hielt.

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