17. Sport fir jiddereen

17. Sport fir jiddereen

In unserer Gesellschaft leiden immer mehr Menschen, besonders auch junge Menschen, unter akutem Bewegungsmangel. Zunehmendes Übergewichtigkeit und körperliche Koordinierungsprobleme selbst bei elementarsten Bewegungsabläufen sind die Folge.

Die ADR wird daher eine Politik der aktiven Sportförderung betreiben. Neben viel Freude und einer fühlbaren Verbesserung der Lebensqualität für alle, die Sport treiben, trägt eine sinnvolle körperliche Betätigung wesentlich zu einer verantwortungsvollen Gesundheitsfürsorge bei. Desweiteren bietet der Sport ideale Voraussetzungen zur Integration und damit zur sozialen Kohäsion.

Nach Ansicht der ADR ist die Förderung des Breitensports daher auch ein wichtiger Bestandteil einer vorsorgenden Gesundheitspolitik. Sportverbände und ihre Dachorganisationen werden daher von der öffentlichen Hand unterstützt. In den Augen der ADR sollten Sportvereine auch eine wichtige Rolle bei der Integration der ausländischen Mitbürger spielen. Der Staat wird das ehrenamtliche Engagement in den Sportvereinen fördern.

Die ADR wird vor allem eine umfassende Reform des Sportunterrichts in den Sekundarschulen vornehmen. Der Sportunterricht wird hierdurch freier, er kann individualisiert werden um den persönlichen Interessen der Schüler in größerem Maße entgegenzukommen und gleichzeitig wird der insgesamt für sportliche Aktivitäten vorgesehene Zeitrahmen deutlich erhöht und die Qualität des Unterrichts noch weiter verbessert.

Der Sportunterricht während der regulären Unterrichtszeit wird reduziert und sich auf die Vermittlung der sporttheoretischen Grundlagen beschränken, wie z.B. die Regeln der wichtigsten Sportarten, gesundheitliche Fragen und Hygiene, Doping und Fairplay, Organisation von Olympiaden, Meisterschaften und Wettkämpfen, Erste Hilfe bei typischen Sportverletzungen, Behindertensport, usw.

Hingegen muss jeder Schüler während jeden Trimesters und außerhalb der regulären Unterrichtszeit eine vorgeschriebene Zahl von Stunden in einer oder mehreren Sportart(en) seiner Wahl absolvieren, sei es an seiner Schule, sei es in einem Verein unter Aufsicht von qualifizierten Trainern. Der Sportunterricht wird zu diesem Zweck in Zusammenarbeit mit den Vereinen umstrukturiert. Die ADR erhofft sich von dieser Neugestaltung des Sportunterrichts nicht nur eine erhöhte Motivation der Schüler, sondern auch dass wieder vermehrt junge Menschen in Sportvereinen aktiv werden.

Zusätzlich wird somit garantiert, dass die Schüler nach ihrem Sportunterricht nicht mehr übermüdet an anderen Unterrichtsstunden teilnehmen müssen. Die Mühsal des schnellen Umziehens und Duschens zwischen anderen Fächern entfällt.

Neben der Reform des Sportunterrichts wird die ADR für den weiteren Ausbau der sportlichen Infrastrukturen sorgen. Es sollte hier versucht werden, größere Infrastrukturen vorzugsweise mit privater Beteiligung zu realisieren. Auch sollten größere Projekte gemeindeübergreifend oder regional gebaut und genutzt werden.

Angesichts der angespannten Finanzsituation wird die ADR in der kommenden Legislaturperiode dem Bau bzw. der Renovierung von nur drei nationalen Sportinfrastrukturen einen prioritären Charakter einräumen: der Renovierung und des Ausbaus des nationalen Fußballstadions in der Hauptstadt, dem Bau einer Radsportanlage, sowie dem Bau einer neuen Sporthalle im Rahmen der Instandsetzungsarbeiten auf Herrenberg. . Desweiteren sollen alle Dachverbände die nicht in der Coque, dem nationalen Fußballstadion oder der Radsportanlage unterkommen, über nationale Strukturen verfügen können, die zum Teil vom Staat finanziert werden.

Die Öffnungszeiten der sportlichen Infrastrukturen sollten möglichst benutzerfreundlich sein und so großzügig wie möglich gestaltet werden. Betrieben, die ihren Mitarbeitern sportliche Infrastrukturen zur Verfügung stellen, sollten diese Leistungen bei der Errechnung ihrer Steuerlast angerechnet werden.

Zur Förderung des Breitensports gehören nicht nur Infrastrukturen, es muss auch weiter in Personal investiert werden. Dort, wo es nicht sinnvoll oder nicht mehr machbar ist, nur aufs Benevolat zurückzugreifen, sollen der Staat (und gegebenenfalls die Gemeinden) helfen, professionelle Trainer einzustellen. Dabei soll auch auf das große Potential an ausgebildeten Sportlehrern ohne feste Anstellung zurückgegriffen werden.

Manche Sportveranstaltungen, die übers Land stattfinden oder auf nicht permanente Strukturen zurückgreifen (wie z.B. Radrennen, Marathons, Autorallyes…) sind zunehmend der Bürokratie und dem Genehmigungsdschungel ausgesetzt. Im Sportministerium wird eine spezielle Anlaufstelle geschaffen, um Vereinen und Verbänden zu helfen, diese Aufgabe zu meistern. Sport- und Umweltministerium sollen eng zusammenarbeiten, damit der Umweltschutz gewahrt bleibt, aber gewisse Sportveranstaltungen nicht an zu hohen Hürden scheitern.

Der Spitzensport wird weiter gefördert. Neben der Teilnahme an den Olympischen Spielen und an den Spielen der kleinen Länder, sollte Luxemburg auch Wert darauf legen regelmäßig an den Paralympics und an den Special Olympics teilzunehmen.

Sportlich besonders talentierte junge Menschen sollten auf Bildungseinrichtungen zurückgreifen können, die es ihnen erlauben, ihre schulische Ausbildung so gut wie möglich mit ihrem Trainingsprogramm zu vereinbaren. Deshalb wird die ADR den schrittweisen weiteren Ausbau des Sportlyzeums fördern. Die soziale Absicherung der Leistungssportler muss ebenfalls gewährleistet sein. Deshalb möchte die ADR Einrichtungen wie zum Beispiel die Elitesportsektion der Armee weiter ausbauen. Auch für Sportler, die im zivilen Berufsleben stehen, müssen geeignete Regelungen mit den Arbeitgebern gefunden werden.

In Zusammenarbeit mit der Universität sollte der Sport auch wissenschaftlich unterstützt werden.

Die ADR wird den Kampf gegen Doping im Sport mit aller Konsequenz führen. Insbesondere der Sport, der bekanntermaßen für viele Jugendliche eine prägende Rolle spielt, muss sauber und ehrlich sein.

Der Behindertensport ist für die ADR kein Sport zweiter Klasse. Menschen mit besonderen Bedürfnissen sollten, so weit wie nur möglich, am sportlichem Leben der Gemeinschaft voll teilhaben können. Sportliche Infrastrukturen sind stets auch im Hinblick auf solche Bedürfnisse zu gestalten.

Die ADR möchte auch älteren Menschen mehr Möglichkeit für sportliche Betätigung bieten. Hierfür soll ein umfassendes Konzept für den Seniorensport ausgearbeitet werden.

Für die ADR bietet der Sport auch ein beträchtliches touristisches Potential. Die Erhaltung und der weitere Ausbau der Wander- und Radwege ist daher eine ressortübergreifende Maßnahme. Auch neue Ideen wie z.B. Wanderwege von Hotel zu Hotel, wobei das Gepäck per Auto weitertransportiert wird, u.a. sollten weiter ausgebaut und gefördert werden.

Die ADR wird auch solche Sportarten unterstützen, die in Luxemburg derzeit noch weniger praktiziert werden jedoch auf wachsendes Interesse stoßen, wie z. B. den Tanzsport oder das Dressurreiten. In solchen Sportarten kann es sinnvoll sein, neue Berufe, wie z. B. den Tanzlehrer, staatlich anzuerkennen und neue Trainer-Qualifikationen einzuführen um die Qualität des angebotenen Unterrichts von vornherein zu sichern.