Zurück (Von Januar 94 bis April 99)

13. Juni 99: Parlaments- und Europawahlen. Das ADR legt landesweit noch einmal kräftig zu (von 8,17 auf 11,31 Prozent) und ist nun mit sieben Abgeordneten im Parlament vertreten. Gewählt wurden: Jean Colombera, Gast Gibéryen, Fernand Greisen, Jacques-Yves Henckes, Aly Jaerling, Jean-Pierre Koepp und Roby Mehlen. Für ein europäisches Mandat hatte es trotzdem wieder nicht gereicht.

14. Juni 99: Das Luxemburger Wort schimpft: „Was hat sich der Wähler dabei gedacht, diese Demagogen, die sich auf Kosten der Homogenität und des Gemeinschaftsgefühls in der Gesellschaft breitmachen, massiver denn je zu stimmen…usw. usf.“ Daraufhin tritt der neugewählte ADR-Norddeputierte Jean Colombera, der erst kurz vor den Wahlen die luxemburgische Nationalität angenommen hatte, vor dem Hauptgebäude der Sankt-Paulus-Druckerei in den Hungerstreik.

17. Juli 99: Gründung der ADR-Jugendsektion

Eine Jugendsektion wird gegründet. Präsident ist Christian Schaack, Sekretär Alex Penning und Kassiererin Tania Gibéryen

10. Oktober 99: Gemeindewahlen: Das ADR konnte seine Position im Vergleich zu 1993 verbessern. Es ist nun in zehn Proporzgemeinden vertreten:Bascharage, Differdingen, Düdelingen, Esch/Alzette, Hesperingen, Junglinster, Luxemburg, Monnerich, Schifflingen und Sassenheim. In Luxemburg und Esch/Alzette wurden je zwei ADR-Kandidaten gewählt.

13. Januar 2000: Gründung der ADR s.c.i. und Kauf der Halle in Itzig

27. September 2000: Die ADR äussert scharfe Kritik in Bezug auf die Telefonüberwachung bei der LSAP im Falle Journal-Wolter und fordert Reformen im Justizwesen.

Dezember 2000: Die Parteizeitung „De Pefferkär“ wird nunmehr vierfarbig im Rotationsverfahren gedruckt und die Seitenzahl verdoppelt.

März 2001: ADR nimmt am „Rentendësch“ teil

Mit dem Ziel, weitere und wesentliche Fortschritte in Sachen Rentengerechtigkeit zu erzielen, beschließt das ADR an einem „Rentendësch“ teilzunehmen. Entsprechende Gespräche waren vom Premierminister am 10. Mai 2000 anlässlich der ersten Regierungserklärung der neuen CSV-DP-Koalition zur Lage des Landes angekündigt worden. Die am 19. März beginnenden Verhandlungen mit den Regierungsvertretern, Sozialpartnern und allen im Parlament vertretenen politischen Parteien werden sich bis in den Juli hinein ziehen.

24. März 2001: Nationalkongress in Wasserbillig: Neuwahl Vorstand:

Präsident: Roby Mehlen

Generalsekretär: Fernand Greisen

Generalkassierer: Jeff Engelen

Themen: Mittelstand, Gleichgewicht öffentlicher und privater Sektor, Europa und Stahlstandort Luxemburg.

Mai 2001: ADR beschließt Plakatkampagne zum Rententisch

Um seinen Forderungen am Rententisch Nachdruck zu verleihen, beschließt der Nationalvorstand des ADR eine landesweite Plakataktion.

16. Juli 2001: Rententisch: Wichtiger Etappensieg für das ADR

Als „wesentlicher Schritt in Richtung Rentengerechtigkeit“ wertet das ADR den in der Abschlusserklärung des „Rentendësch“ am 16. Juli festgeschriebenen Konsens. Den Rentnern des Privatsektors wird eine mehr oder weniger substantielle Rentenerhöhung zugestanden und die Diskrepanz zwischen den Pensionsregimen im öffentlichen und privaten Sektor wird gutes Stück weiter abgebaut. Langjährigen Forderungen des Aktionskomitees (Abschaffung der „Hungerrenten“, Anerkennung der Heimarbeit, …) wurden übernommen.

18. Juli 2001: Das ADR klagt gegen die Bautenministerin Erna Hennicot-Schoepges, die unter fadenscheiniger Begründung die Aufstellung von kleinen Plakatständern entlang der Straßen verweigert hat. Am 12. Juni hatte das ADR bereits vor dem Parlament gegen diese willkürliche Weigerung protestiert.

2. Oktober 2001: Die ADR-Spitze trifft sich in Straßburg mit Vertretern der UEN (Union pour l’Europe des Nations im Hinblick auf eine eventuelle Mitgliedschaft.

12. November 2001: ADR beschließt Zusammenarbeit mit UEN

Der Nationalvorstand beschließt die formelle Zusammenarbeit mit der Europaparlamentsfraktion der UEN.

27. Januar 2002: Nachhaltigkeitskongress in Howald

Ein umfangreiches, vom Präsidenten erstelltes Dokument wurde einstimmig angenommen und legt die zukünftigen Leitlinien in Sachen Nachhaltigkeit fest. Das Prinzip der Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes werden somit integraler Bestandteil der ADR-Programmatik.

24. März 2002: Nationalkongress in Vichten: Neuwahl Vorstand:

Präsident: Roby Mehlen

Generalsekretär: Fernand Greisen

Generalkassierer: Jeff Engelen

Themen: Zukunftsfähigkeit unseres Landes.

15. Februar 2003: Teilnahme an Massenkundgebung gegen den zweiten Irak-Krieg

Demonstration in der Hauptstadt gegen den anstehenden Irak-Krieg. Das ADR, das wiederholt vor einem erneuten Waffengang gegen den Irak warnte, gehörte zu den ersten Unterzeichnern des Appels gegen diesen Krieg und des Aufrufs zu einer Großkundgebung unter der Losung: „Pour le respect du droit international. Non à une guerre contre l’Irak.“

16. März 2003: Nationalkongress in Aspelt: Neuwahl Vorstand:

Präsident: Roby Mehlen

Generalsekretär: Fernand Greisen

Generalkassierer: Jeff Engelen

Themen: Bildung, Finanzen, Arbeitslosigkeit, Verwaltungsreform, Justiz, Staatsrat, Mittelstand…

6. März 2004: National- und Europakongress in Junglinster

Der Kongress steht unter dem Motto „Konsequent fir Lëtzebuerg“. Die Kandidaten für die Europawahlen werden vorgestellt und Spitzenkandidat Gast Gibéryen, einer der vier Abgeordneten die das luxemburgische Parlament im EU-Konvent vertraten, präsentiert die Grundlinien des Europawahlprogramms.

24. April 2004: Wahlkongress in Dommeldingen

Auftakt zur „heißen Phase“ des Wahlkampfs. Die Kandidaten und das nationale Wahlprogramm, welches, wie das europäische, unter dem allgemeinen Slogan „Kompetent a Konsequent“ läuft, werden vorgestellt. Erstmals werden auch die Wahlplakate präsentiert. Das Wahlprogramm deckt den gesamten Themenbereich ab.

13. Juni 2004: Parlaments- und Europawahlen. Trotz eines themenbezogenen Wahlkampfs fällt das ADR von 11,31 auf 9,95 Prozent zurück und verliert 2 Mandate, je eines im Zentrum und im Norden. Es behält aber mit 5 Abgeordneten Fraktionsstärke.  Gewählt wurden: Gast Gibéryen, Jacques-Yves Henckes, Aly Jaerling, Jean-Pierre Koepp und Roby Mehlen. Für ein europäisches Mandat hatte es wieder nicht gereicht.

2. Oktober 2004: Journée parlementaire auf der „Cloche d’Or“

12. Oktober 2004: Protest gegen geplanten „Griff in Rentenreserven“

Die feierliche erste parlamentarische „Rentrée“ der neugewählten Volksvertretung wird begleitet von einer Protestkundgebung des ADR. Anlass ist das Regierungsprogramm der neuen CSV-LSAP-Koalition. Erstmals wird dort der Rententischkompromiss in Frage gestellt – die Erziehungspauschale soll künftig über die Rentenkassen des Privatsektors finanziert werden. Der Protest wird Erfolg zeitigen.

12. März 2005: Nationalkongress in Wiltz: Neuwahl Vorstand:

Präsident: Roby Mehlen

Generalsekretär: Timon Oesch (folgt auf Fernand Greisen)

Generalkassierer: Jeff Engelen

Die Kongressteilnehmer beschließen mit einem konsequenten Nein zum vorgeschlagenen EU-Verfassungsvertrag in die anstehende Referendumskampagne zu ziehen. Im Parlament sollen die ADR-Vertreter jedoch dem im Referendum ausgedrückten Wählerwillen Folge leisten.

10. September 2005: Nationales Referendum über den EU-Verfassungsvertrag

Trotz einer gewaltigen, von der Regierung inszenierten Gehirnwäsche lehnen 43,48 Prozent der Wähler den EU-Verfassungsvertrag ab. Nur 56,52% stimmen dafür. Das ADR war die einzige im Parlament vertretene Partei, die diesen Vertrag ablehnte.

9. Oktober 2005: Gemeindewahlen: Nochmals Verluste

Die Wahlkampagne stand unter dem Motto:„Liewesqualitéit fir jiddereen“. Die Ergebnisse liegen im Trend der rezenten Nationalwahlen. Das ADR ist nun noch in fünf Gemeinderäte vertreten: Luxemburg-Stadt (3,92%), Esch-Alzette (6,85%), Monnerich (7,05), Sanem (6,55%) und Wintger (13,04%).

Generalsekretär Timon Oesch legt als Konsequenz sein Amt nieder. Der Nationalvorstand bittet ihn, dieses Amt dennoch bis zum nächsten Kongress weiterzuführen

26. November 2005: Klausurtagungen zum Grundsatzprogramm in Gasperich

Der Rohentwurf eines Grundsatzprogramms wurde an alle Bezirks- und Nationalkomiteemitglieder verschickt, welche nun zu der ersten einer ganzen Serie von Klausurtagungen geladen sind, in denen der Entwurf Punkt für Punkt und anhand von schriftlichen Abänderungsanträgen durchdiskutiert wird.

In der Folge werden viele Diskussionen um eine Neuorientierung und die Identität der Partei geführt. Unter anderem soll der Name noch einmal geändert werden. Aus dem Aktionskomitee soll definitiv eine Partei werden. Der Nationalvorstand beschließt jedoch, keine radikale Namensänderung vorzunehmen; das Kürzel ADR, an das die Wähler sich gewöhnt haben, soll erhalten bleiben. Auf Vorschlag des Präsidenten wird schlussendlich der neue Name „Alternativ Demokratesch Reformpartei“ ADR zurückbehalten. Die Entwicklung eines neues Logos wird angegangen.

2. Dezember 2005: Der Abgeordnete Jaerling wendet sich in einem Schreiben gegen die geplante Namensänderung und die Änderung des Grundsatzprogramms. Da bisher kein eigentliches Grundsatzprogramm bestand, ist diese Haltung nicht logisch. Er droht mit dem Austritt aus der Fraktion.

7. Februar 2006: Grundsatzprogamm der Öffentlichkeit vorgestellt

Der Entwurf des Grundsatzprogramms wird erstmals der Presse vorgestellt und erläutert. Jedem Parteimitglied wird der ausgearbeitete Entwurf zugesandt, und die Möglichkeit eingeräumt, eigene Abänderungsvorschläge einzubringen.

13. März 2006: Aly Jaerling erklärt seinen Austritt aus der Partei, will jedoch Mitglied der Fraktion bleiben um den Mitarbeitern nicht „das Brot zu nehmen“. Er tritt dann später doch aus der Fraktion aus und raubt damit dem ADR seinen Fraktionsstatus, was eine große institutionelle und finanzielle Schwächung der ADR nach sich zieht.

Weiter (Von April 2006 bis März 2012)